Der Erstkontakt mit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten

Im Idealfall kann die Frauen-/Gleichstellungsbeauftragte im Erstgespräch das Anliegen anhören, beruhigen und gezielt an erfahrene Anlauf-/Beratungsstellen vermitteln.

 


Die Rahmenbedingungen:

  • Äußere Situation:
    Angemessener Raum (freundlich, „Beratungsecke“, anonyme Eingangssituation);
    Vorbeugung vor Störungen (durch Telefon oder durch Menschen, die den Raum betreten);
    Begrenzte Beratungszeit

  • (Innere) Ressourcen für die Beraterin:
    Angemessene Büroausstattung (Telefon, Internetzugang, …);
    Wissen/Informationen über/Kontakte zu Fachberatungsstellen vor Ort;
    Kennen der Ansprechpersonen im Haus (für Handlungsmöglichkeiten, für die eigene Entlastung, …);
    Prüfen der persönlichen Haltung zum Thema (nicht jede Beraterin kann mit dem Thema sexualisierte Gewalt arbeiten – aus möglicherweise sehr persönlichen Gründen: Es sollte möglich sein, eine Beratung zum Thema SDG abzulehnen)

  • Dokumentation:
    Wie und was wird protokolliert?
    Die Beraterin sollte ein Standardverfahren haben;
    Sicherer Ort für Protokolle;
    Klärung des Zugangs zu den Protokollen;
    Genaue Abklärung über die Dokumentation darf nicht die Arbeit der Polizei/der Justiz ersetzen → Handlungsablauf/Ansprechpersonen müssen klar sein


Das
Gespräch:

  • Einstieg:
    Begrüßung; sich selbst (in der Berufsrolle) und die Institution/Beratungsstelle vorstellen → Rahmenbedingungen (z. B. Schweigepflicht, keine Beratung möglich [hier kann z. B. bei allen Erstgesprächen erläutert werden, dass die Frauen-/Gleichstellungsbeauftragte bei bestimmten Themen/ Problemen an andere Stellen vermittelt: dies entlastet die Beraterin, wenn im Laufe des Gesprächs sexualisierte Gewalt thematisiert wird], Beratungszeit bis, Dokumentation…)

  • Gesprächsverlauf:
    Klärung des Anliegens;
    Sortieren (wichtig: Klären, ob Klient_in in Sicherheit ist oder ob z. B. noch Täter_innenkontakt besteht); Beruhigen;
    Handlungsmöglichkeiten prüfen;
    Gefühlsebene auffangen, aber professionelle Distanz wahren;
    Überlegungen, was hilfreich sein kann (Vermittlung an geeignete [Beratungs]stelle: Hier kann die Beraterin anbieten, den Anruf bei der Fachberatung zu tätigen: hilfreich, niedrigschwellig)

  • Abschluss:
    Ist etwas offen geblieben?
    Wann/wo kann das besprochen werden?
    Was kann Klient_in (heute) für sich tun?
    Verabschiedung

 

WICHTIG: Für alle Schritte gilt: Entscheiden Sie nichts über den Kopf der Ratsuchenden hinweg!

 

 

Eigene Auseinandersetzung/Abgrenzung

  • Austausch mit Fachkolleginnen (unter Beachtung der Schweigepflicht)
  • Austausch mit einer Vertrauensperson (unter Beachtung der Schweigepflicht)
  • Möglichkeit zur Supervision nutzen (unter Beachtung der Schweigepflicht)
  • Thema Grenzen/Grenzverletzungen ist wichtig → sowohl hinsichtlich der Ratsuchenden als auch der eigenen